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Die spanische Wetteragentur AEMET erwartet für die Provinz Alicante in den kommenden Tagen viel Sonne, trockene Luft und steigende Temperaturen. Besonders auffällig ist der Unterschied zwischen Küstenorten und Binnenland: In Alicante-Stadt liegen die Höchstwerte laut AEMET meist um 32 bis 35 Grad, in Benidorm und Torrevieja etwas darunter oder knapp darüber. In Dénia werden dagegen bis zu 37 Grad angegeben, in Xàbia bis 36 Grad und in Calp bis 35 Grad.
Deutlich schärfer fällt die Prognose im Hinterland und im Süden der Provinz aus. Für Elche nennt AEMET in der aktuellen 7-Tage-Vorhersage Höchstwerte bis 39 Grad, für Orihuela bis 41 Grad und für Villena bis 42 Grad. Damit betrifft die Warnlage nicht nur klassische Inlandsgemeinden, sondern auch Gebiete, die für viele Bewohner der Costa Blanca im Alltag eine Rolle spielen: Arbeitswege, Einkäufe, Arzttermine, Baustellen, Landwirtschaft, Lieferdienste und Wege zwischen Küste und Hinterland.
Für Dienstag, 14. Juli, weist AEMET im Interior de Alicante eine gelbe Warnung wegen Temperaturen bis 38 Grad aus. Für Mittwoch, 15. Juli, werden im Interior de Alicante 40 Grad genannt; im südlichen Küstenbereich der Provinz Alicante liegt der AEMET-Hinweis bei bis zu 37 Grad. Die Warnzeit liegt jeweils in den heißesten Stunden des Tages, also am frühen Nachmittag bis in den Abend hinein.
Die Wetterlage bleibt nicht auf Alicante begrenzt. AEMET spricht für die Comunitat Valenciana von einer sehr ungünstigen Woche mit länger anhaltendem Wärmeepisoden, Saharastaub in der Luft und möglichen trockenen Gewittern im Landesinneren. Gerade diese Mischung kann die Belastung erhöhen: Es ist heiß, die Luft wirkt schwerer, und bei trockenen Gewittern steigt zusätzlich die Brandgefahr.
Ein heißer Julitag ist an der Costa Blanca nichts Neues. Kritisch wird es, wenn hohe Tageswerte auf warme Nächte treffen. Dann kühlen Wohnungen schlechter aus, der Kreislauf kommt nicht richtig zur Ruhe, und kleine Fehler im Alltag fallen stärker ins Gewicht.
Besonders gefährdet sind ältere Menschen, kleine Kinder, Schwangere, chronisch Kranke, Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen sowie Personen, die draußen arbeiten. Auch wer „nur kurz“ mittags zum Einkaufen fährt, im Garten arbeitet oder mit dem Hund über aufgeheizten Asphalt läuft, merkt die Belastung oft erst zu spät.
Die Conselleria de Sanidad der Generalitat Valenciana verweist im Programm „Altas Temperaturas – Ola de Calor 2026“ auf die gesundheitlichen Risiken hoher Temperaturen. Dazu zählen Dehydrierung, Hitzestress und im schweren Fall ein Hitzschlag. Das spanische Gesundheitsministerium betont ebenfalls, dass ältere Menschen und Kinder besonders empfindlich auf starke Temperaturbelastungen reagieren.
Termine, Einkäufe, Sport und Gartenarbeit gehören nach Möglichkeit in den frühen Morgen oder in den Abend. Die Stunden zwischen 12 und 17 Uhr sind bei dieser Wetterlage die ungünstigste Zeit für alles, was körperlich anstrengt
Wer im Freien arbeitet, sollte Pausen, Schatten und Wasser nicht als Komfort betrachten, sondern als Schutzmaßnahme.
Trinken sollte nicht erst beginnen, wenn Kopfschmerzen, Schwindel oder Müdigkeit auftreten. Wasser ist die bessere Wahl als Alkohol, sehr süße Getränke oder mehrere starke Kaffees hintereinander. Bei Hitze reagiert der Körper schneller als sonst.
Wohnungen bleiben tagsüber möglichst geschlossen und abgedunkelt. Gelüftet wird früh am Morgen und spät am Abend. Markisen, Rollos und Vorhänge helfen oft mehr als ein Ventilator, der nur warme Luft verteilt.
Beim Essen sind kleinere Portionen meist verträglicher.
Salate, Obst, Gemüse, Gazpacho, kalte Suppen oder einfache Gerichte belasten den Kreislauf weniger als schwere Mahlzeiten.
Bei älteren Menschen ist das Durstgefühl oft schwächer. Angehörige und Nachbarn sollten deshalb lieber einmal zu viel nachfragen: Ist genug Wasser im Haus? Bleibt die Wohnung kühl genug? Wirkt die Person ungewöhnlich müde, verwirrt oder schwach?
Kinder überhitzen schneller als Erwachsene. Sie sollten in den heißesten Stunden nicht lange in der Sonne spielen. Kinderwagen dürfen nicht komplett mit Tüchern abgedeckt werden, weil sich darunter die Wärme stauen kann.
Auch Hunde und Katzen brauchen jetzt mehr Aufmerksamkeit. Spaziergänge sollten früh morgens oder spät abends stattfinden. Asphalt kann sich stark aufheizen und Pfoten verletzen. Kinder und Tiere dürfen niemals im geparkten Auto bleiben – auch nicht für wenige Minuten.
Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Muskelkrämpfe, ungewöhnliche Schwäche, schneller Puls oder Verwirrtheit können erste Warnzeichen sein. Betroffene sollten sofort aus der Sonne, sich hinsetzen oder hinlegen, Kleidung lockern und vorsichtig gekühlt werden.
Wasser sollte nur gegeben werden, wenn die Person wach und ansprechbar ist. Bei Bewusstseinsstörungen, starker Verwirrtheit, Atemproblemen, sehr heißer Haut, anhaltendem Erbrechen oder Verdacht auf Hitzschlag gilt: sofort 112 wählen.
Gelb ist bei AEMET kein Ausnahmezustand. Es ist aber eine klare Ansage: Das Wetter kann für empfindliche Menschen und bei falschem Verhalten riskant werden.
Für die Costa Blanca heißt das jetzt: Küstenwerte nicht unterschätzen, das Hinterland besonders im Blick behalten, Mittagshitze meiden, ausreichend trinken und gefährdete Menschen aktiv schützen. Die nächsten Tage werden kein Grund zur Panik – aber auch keine Phase für Nachlässigkeit.
Quelle: AEMET , Ministerio de Sanidad
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