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Dénia will seine Trinkwasserversorgung langfristig durch zusätzliche Wasserquellen absichern. In Benidorm kommt eine geplante Entsalzungsanlage einen weiteren Schritt voran. Beide Vorhaben sollen die Abhängigkeit von begrenzten Wasserressourcen reduzieren – befinden sich aber in unterschiedlichen Planungsstadien.
An der Costa Blanca wird Wasser längst nicht mehr nur mit Blick auf die nächste Trockenperiode geplant. Bevölkerungswachstum, hohe Verbrauchsspitzen während der Sommermonate und die Auswirkungen des Klimawandels stellen die Städte vor langfristige Entscheidungen. Anfang Oktober haben Dénia und Benidorm neue Einzelheiten zu ihren Wasserstrategien veröffentlicht.
Beide Kommunen verfolgen dabei einen ähnlichen Grundgedanken: Zusätzliche Versorgungsquellen sollen die Versorgung in kritischen Situationen absichern.
Dénias Bürgermeister Rafa Carrió hat am 2. Oktober auf dem Spain Smart Water Summit in Madrid erläutert, wie die Stadt ihre Wasserversorgung langfristig sichern will.
Ein zentrales Element ist die Diversifizierung der Wasserquellen. Dazu gehört nach Angaben des Bürgermeisters auch die künftige Nutzung von entsalztem Meerwasser als ergänzende Ressource.
Hintergrund sind die starken saisonalen Unterschiede. Dénia zählt nach Angaben der Stadt mehr als 50.000 Einwohner, während sich die Zahl der Menschen im Sommer auf über 200.000 erhöhen kann.
Entsprechend schwankt die Nachfrage nach Trinkwasser.
Die Stadt verfügt über rund 500 Kilometer Trinkwasserleitungen und etwa 150 Kilometer Kanalnetz. Gleichzeitig sind mittlerweile sämtliche Wasserzähler für eine Fernauslesung ausgestattet. Damit können Verbrauchsdaten schneller erfasst und Auffälligkeiten im Netz erkannt werden.
Die angekündigte Nutzung entsalzten Meerwassers ist allerdings noch kein konkreter Baubeschluss für eine neue Anlage. Ein Standort, ein verbindlicher Zeitplan oder Investitionskosten wurden im Zusammenhang mit der Präsentation nicht genannt.
Konkreter sind die Planungen in Benidorm.
Die Stadt hat bei der zuständigen Conselleria der Generalitat Valenciana eine Änderung der Grundstücksnutzung im Gebiet El Murtal beantragt.
Rund 5.000 Quadratmeter einer bislang für Parkplätze vorgesehenen Fläche sollen künftig für die geplante Entsalzungsanlage genutzt werden können.
Das Grundstück liegt nahe dem Wasserreservoir El Murtal und einer bereits vorhandenen Salzwasserleitung unter der Avenida Juan Pablo II.
Nach Angaben der Stadt soll das Gelände dem Consorcio de Aguas de la Marina Baixa zur Verfügung gestellt werden. Dieser regionale Wasserverband soll auch die Anlage realisieren.
Die Stadt beziffert das geplante Investitionsvolumen auf etwa 25 Millionen Euro. Die Finanzierung soll durch die Generalitat Valenciana, die Diputación de Alicante und den regionalen Wasserverband erfolgen.
Benidorm nennt für die künftige Anlage eine Entsalzungskapazität von mehr als 3.000 Kubikmetern täglich und eine angestrebte Versorgungsleistung von sechs Hektokubikmetern.
Die genauen technischen Bezugsgrößen dieser Angaben müssen noch präzisiert werden. Eine Jahresleistung von sechs Millionen Kubikmetern wäre beispielsweise mit einer Kapazität von lediglich 3.000 Kubikmetern täglich nicht erreichbar.
Die Stadt sieht die Anlage als zusätzliche Absicherung bei Trockenheit. Zugleich fordert Bürgermeister Toni Pérez, das Projekt im nächsten Bewirtschaftungsplan für das Flussgebiet Júcar 2028–2033 zu berücksichtigen.
Die beiden Projekte haben unterschiedliche Zeitperspektiven. In Dénia wird derzeit die strategische Ausrichtung der künftigen Versorgung diskutiert. In Benidorm ist das Vorhaben bereits konkreter, benötigt aber weiterhin Genehmigungen und die Umsetzung der erforderlichen Infrastruktur.
Für Privathaushalte entstehen aus den jetzt veröffentlichten Planungen zunächst keine neuen Verpflichtungen. Auch Änderungen bei Wasserpreisen oder kommunalen Verbrauchsregeln lassen sich daraus derzeit nicht ableiten.
Langfristig ist die Entwicklung dennoch relevant: Eine breitere Versorgungsbasis könnte dazu beitragen, Engpässe während längerer Trockenperioden oder besonders verbrauchsintensiver Sommermonate abzufedern.
Ob und wann die geplanten zusätzlichen Wasserressourcen zur Verfügung stehen, hängt von den weiteren Entscheidungen und der tatsächlichen Umsetzung ab.
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