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Der Immobilienmarkt an der Costa Blanca bleibt angespannt. Zwischen Dénia und Torrevieja steigen die Angebotspreise weiter, während das verfügbare Angebot in vielen Lagen knapp bleibt. Besonders auffällig sind nicht nur bekannte Hochpreisorte wie Jávea/Xàbia, Dénia oder Calpe. Auch Benidorm, La Vila Joiosa und Torrevieja legen deutlich zu.
Nach aktuellen Daten von Idealista lag der durchschnittliche Angebotspreis in der Provinz Alicante im Mai 2026 bei 2.811 Euro pro Quadratmeter. Das entspricht einem Plus von 11,5 Prozent gegenüber Mai 2025. Wichtig für die Einordnung: Idealista misst Inseratspreise, nicht die endgültigen Verkaufspreise beim Notar. Für die Marktdynamik zeigen die Daten dennoch sehr klar, wohin sich die Preisvorstellungen bewegen.
Im Norden der Costa Blanca liegt das Preisniveau weiter deutlich über dem Provinzdurchschnitt. Dénia kam im Mai 2026 laut Idealista auf 3.404 Euro pro Quadratmeter, ein Plus von 9,4 Prozent im Jahresvergleich. Jávea/Xàbia erreichte 4.072 Euro pro Quadratmeter und gehört damit weiterhin zu den teuersten Märkten der Costa Blanca. In einzelnen Lagen, etwa am Hafen oder in Balcón al Mar, liegen die Angebotspreise noch deutlich höher.
Auch Calpe bleibt mit rund 3.545 Euro pro Quadratmeter im oberen Bereich. Der Norden der Costa Blanca ist damit längst kein Ausweichmarkt mehr. Käufer vergleichen hier nicht nur Preise, sondern vor allem Lage, Zustand, Meerblick, Energieeffizienz und rechtliche Dokumentation der Immobilie.
Besonders dynamisch zeigt sich die mittlere Costa Blanca. Benidorm lag im Mai 2026 bei 3.678 Euro pro Quadratmeter. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das ein Plus von 16,5 Prozent. In gefragten Lagen wie Playa de Poniente liegen die Werte noch deutlich höher.
Noch auffälliger ist La Vila Joiosa. Idealista nennt für Mai 2026 einen Durchschnittspreis von 3.539 Euro pro Quadratmeter. Das Jahresplus liegt bei 31,6 Prozent. Damit rückt der Ort stärker in den Fokus eines Marktes, der sich von den klassischen Premiumlagen aus weiter ausdehnt.
Der Grund liegt auf der Hand: Wer in besonders bekannten Küstenorten nicht mehr fündig wird oder dort nicht mehr kaufen möchte, schaut auf angrenzende Märkte. Gute Anbindung, Küstennähe, Neubauprojekte und internationale Nachfrage können Preise dann schnell bewegen.
Im Süden der Costa Blanca bleibt das Preisniveau niedriger als in Jávea, Dénia oder Benidorm. Der Abstand wird aber kleiner. Torrevieja lag im Mai 2026 bei 2.548 Euro pro Quadratmeter. Das ist ein Plus von 16,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Auch Orihuela Costa bleibt ein wichtiger Markt für internationale Käufer. Dort lagen die Angebotspreise laut Idealista bei rund 3.037 Euro pro Quadratmeter. Pilar de la Horadada kam auf etwa 3.377 Euro pro Quadratmeter.
Gerade für internationale Residenten ist diese Entwicklung wichtig. Der Süden der Costa Blanca gilt vielen noch als vergleichsweise günstiger Markt. Die aktuellen Zahlen zeigen jedoch: Auch hier steigen die Preisvorstellungen deutlich, vor allem in modernen Anlagen, Küstennähe und gut angebundenen Wohnlagen.
Die Costa Blanca ist kein rein lokaler Immobilienmarkt. Nach Angaben von Alicante Plaza unter Berufung auf die spanischen Registradores wurden im ersten Quartal 2026 44,65 Prozent der Wohnimmobilienkäufe in der Provinz Alicante von ausländischen Käufern getätigt.
Das erklärt einen Teil des anhaltenden Preisdrucks. Käufer aus Nord- und Mitteleuropa, Großbritannien und weiteren Ländern konkurrieren mit spanischen Interessenten, Residenten und Zweitwohnsitzkäufern um ein begrenztes Angebot. Die Wirkung ist je nach Ort unterschiedlich, aber der Grundtrend bleibt: Solange die Nachfrage stabil ist und das Angebot nicht deutlich wächst, bleibt der Markt eng.
Für Kaufinteressenten bedeutet die Entwicklung: Der Preis pro Quadratmeter allein reicht nicht mehr als Orientierung. Entscheidend sind Mikrolage, Baujahr, Zustand, Gemeinschaftskosten, Energieausweis, Urbanistik und mögliche Renovierungskosten. Gerade bei älteren Bestandsimmobilien kann ein vermeintlich günstiger Kaufpreis schnell relativiert werden.
Für Eigentümer ist die Lage grundsätzlich günstig, aber nicht automatisch einfach. Hohe Angebotspreise bedeuten nicht, dass jede Immobilie schnell verkauft wird. Gut dokumentierte, gepflegte Objekte in stimmigen Lagen haben klare Vorteile. Immobilien mit Sanierungsbedarf, unklaren Unterlagen oder überzogenen Preisvorstellungen können dagegen auch in einem starken Markt länger stehen.
Die Costa Blanca bleibt 2026 ein gefragter Immobilienmarkt. Doch zwischen Dénia, Benidorm, Orihuela Costa und Torrevieja entwickeln sich die Teilmärkte unterschiedlich. Genau darin liegt die wichtigste Aussage der aktuellen Daten: Die Nachfrage verteilt sich breiter, die Preise ziehen nach, und der Wettbewerb um gute Immobilien bleibt hoch.
Quellenhinweis für den Artikel
Die Preisangaben beruhen auf aktuellen Marktdaten von Idealista für Mai 2026.