Die idyllische Küste der Costa Blanca mag heute ein Ort der Ruhe und Entspannung sein, doch vor Jahrhunderten war sie Schauplatz von Gefahr und Abenteuer. Vom Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert überfielen Piraten regelmäßig die Küstendörfer, suchten Zuflucht in versteckten Buchten und hinterließen Spuren, die bis heute sichtbar sind – und Geschichten, die bis heute erzählt werden.
Tabarca – Vom Piratenversteck zur Festung
Knapp 22 Kilometer südlich von Alicante liegt Tabarca, die kleinste bewohnte Insel Spaniens. Doch ihre malerische Ruhe täuscht: Im 16. und 17. Jahrhundert war Tabarca ein strategisches Versteck für Berberpiraten, die von hier aus Schiffe plünderten und Dörfer entlang der Küste heimsuchten.
Um dem ein Ende zu setzen, ließ König Karl III. die Insel im 18. Jahrhundert befestigen. Die Wehrmauern, die man heute noch bewundern kann, und die kleine Kirche San Pedro y San Pablo erinnern an diese Zeit der Umwandlung – von einer Piratenhochburg zu einem geschützten Zufluchtsort.
Besuchstipps für Tabarca:
• Die Festungsmauern bieten einen faszinierenden Einblick in die Geschichte.
• Der klare Himmel und die Ruhe machen die Insel ideal für einen Spaziergang entlang der alten Mauern.
Cova Tallada – Das geheimnisvolle Piratenversteck
Die Cova Tallada, eine natürliche Höhle am Fuße des Montgó-Gebirges bei Jávea, ist Schauplatz zahlreicher Legenden. Ursprünglich wurde sie als Steinbruch genutzt, doch später diente sie laut Erzählungen als Versteck für Piraten, die ihre Schätze hier verborgen haben sollen.
Einige Schatzsucher sind überzeugt, dass ein Teil der Beute der Piraten bis heute unentdeckt ist.
Praktische Hinweise:
• Für den Besuch der Höhle ist eine vorherige Anmeldung erforderlich, da die Zugänge reguliert werden.
• Die Wanderung bietet spektakuläre Ausblicke auf das Meer und die Küste.
Die verlorene Flotte von Calpe
Der Peñón de Ifach, ein markanter Felsen, der majestätisch aus dem Meer ragt, ist Schauplatz einer faszinierenden Legende. Der Geschichte nach wurde eine Flotte von Berberpiraten von einem plötzlichen Sturm überrascht und versank nahe dem Felsen. Taucher berichten bis heute von ungewöhnlichen Funden in der Umgebung, darunter alte Münzen und Wrackteile.
Obwohl keine eindeutigen Beweise für die Legende existieren, bleibt die Vorstellung von versunkenen Schätzen ein reizvoller Gedanke – und der Peñón selbst ein unvergessliches Symbol der Region.
Die Wachtürme – Verteidigung gegen die Piraten
Zur Abwehr der ständigen Piratenüberfälle errichteten die Küstengemeinden ein Netzwerk von Wachtürmen. Diese Türme dienten als Frühwarnsystem: Sobald ein Angriff drohte, wurden Rauch- oder Feuersignale gesendet, um die umliegenden Dörfer zu alarmieren.
Weitere Orte mit piratengeprägter Geschichte
Praktische Tipps für Ihre Spurensuche
Piraten und Legenden, die bleiben
Die Geschichten der Piratenzeit an der Costa Blanca sind mehr als Überlieferungen. Sie geben Einblicke in eine Zeit, in der das Leben an der Küste von Mut, Widerstand und Überlebenskampf geprägt war.
Ob beim Erkunden der Cova Tallada, beim Wandern entlang der Festungsmauern von Tabarca oder beim Genießen der Aussicht von einem der Wachtürme – diese Orte laden dazu ein, in die Vergangenheit einzutauchen und die Region aus einer anderen Perspektive zu erleben.