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Mehr Gates, ein neuer Bereich für Non-Schengen-Flüge und deutlich mehr Terminalfläche: Aena hat die Planung für den großen Ausbau des Flughafens Alicante-Elche Miguel Hernández vergeben. Der Auftrag über rund 15,6 Millionen Euro ist ein wichtiger Schritt für ein Gesamtprojekt, für das Aena Investitionen von rund 1,154 Milliarden Euro vorsieht. Bis gebaut wird, sind allerdings noch weitere Planungs- und Genehmigungsschritte notwendig.
Der geplante Ausbau des Flughafens Alicante-Elche Miguel Hernández wird konkreter. Aena hat den Auftrag für die Ausarbeitung der Projekte zur Anpassung und Erweiterung des Terminal- und Bewegungsbereichs vergeben. Den Zuschlag erhält nach den veröffentlichten Vergabeinformationen eine Arbeitsgemeinschaft aus Sener Mobility, Cemosa und Fairbanks Arquitectos. Der Auftragswert beträgt 12,922 Millionen Euro netto beziehungsweise rund 15,64 Millionen Euro inklusive Steuern.
Damit werden allerdings noch keine Bauarbeiten für 15,6 Millionen Euro gestartet. Der Auftrag umfasst zunächst die Planung der einzelnen Maßnahmen, die später schrittweise umgesetzt werden sollen. Für diese Projektierungsleistungen ist ein Gesamtzeitraum von 60 Monaten vorgesehen.
Herzstück des geplanten Umbaus ist die Erweiterung des bestehenden Passagierterminals. Dafür sollen die alte, nicht mehr genutzte Terminal 1 und das bisherige Gebäude der Allgemeinen Luftfahrt weichen. Auf der dadurch frei werdenden Fläche soll der bestehende Flugsteig verlängert und ein neuer Boarding-Pier geschaffen werden. Nach den bisherigen Planungen Aenas wächst das Terminal dadurch um knapp 30 Prozent. Neue Fluggastbrücken und Gates sollen zusätzliche Abfertigungsmöglichkeiten schaffen.
Neben dem Terminal selbst umfasst das Gesamtvorhaben auch Änderungen an den Vorfeldern und Rollwegen sowie Verbesserungen bei Zufahrten, Parkflächen und der übrigen Infrastruktur des Flughafens. Aena beziffert die geplanten Gesamtinvestitionen im Zusammenhang mit der umfassenden Modernisierung auf rund 1,154 Milliarden Euro.
Für internationale Residenten an der Costa Blanca ist besonders der geplante Non-Schengen-Bereich relevant.
Der Flughafen Alicante-Elche ist stark vom internationalen Verkehr geprägt. Großbritannien ist dabei mit Abstand einer der wichtigsten Märkte. Allein im Juli 2026 wurden rund 734.000 Passagiere mit Verbindungen zum Vereinigten Königreich gezählt.
Da Großbritannien nicht mehr zum Schengen-Raum gehört, sind für diese Passagiere Grenz- und Passkontrollen erforderlich. Der neue Pier soll deshalb einen zentralisierten Grenzkontrollbereich für Non-Schengen-Verkehr erhalten. Zudem sind neue Gates für diese Flüge sowie eigene Handels- und Gastronomieflächen vorgesehen. Auch eine neue VIP-Lounge für Passagiere dieses Bereichs ist Teil der Planung.
Für Reisende aus Großbritannien dürfte dieser Teil der Erweiterung besonders spürbar werden, da die heutigen Kontroll- und Abfertigungsbereiche bei hohem Verkehrsaufkommen stark beansprucht werden können.
Der Umbau beschränkt sich nicht auf zusätzliche Gates. Aena plant auch Veränderungen im bestehenden Terminal. Dazu gehört mehr Fläche für die Sicherheitskontrollen. Vorgesehen sind automatisierte Kontrolllinien und moderne Geräte zur Kontrolle des Handgepäcks.
Damit soll nicht nur zusätzliche Kapazität geschaffen werden. Aena verfolgt mit der Erweiterung ausdrücklich auch das Ziel, Passagierströme schneller abzuwickeln und die Qualität der Abfertigung trotz weiter steigender Fluggastzahlen zu stabilisieren.
Der Zeitpunkt ist nicht zufällig. Alicante-Elche verzeichnet weiterhin stark steigende Passagierzahlen.
Im Jahr 2025 nutzten 19.950.394 Passagiere den Flughafen – 8,5 Prozent mehr als 2024 und ein neuer Jahresrekord. Damit war Alicante-Elche nach Madrid, Barcelona, Palma de Mallorca und Málaga der fünftgrößte Flughafen im spanischen Aena-Netz.
Auch 2026 setzt sich das Wachstum fort. Von Januar bis Juli wurden bereits 12.402.145 Reisende gezählt. Das waren 9,6 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Zahl der Flugbewegungen stieg gleichzeitig um 9,9 Prozent auf 78.259.
Allein im Juli kamen 2,341 Millionen Passagiere zusammen – ein Plus von 11,1 Prozent innerhalb eines Jahres. Der internationale Verkehr stellte mit knapp 2,09 Millionen Fluggästen den weitaus größten Teil.
Das macht die Erweiterung gerade für die Costa Blanca relevant: Für einen großen Teil der internationalen Residenten, Eigentümer und Langzeitaufenthalter ist Alicante-Elche die wichtigste Verbindung zu ihren Herkunftsländern.
Mit der Erweiterung soll der Flughafen künftig wesentlich mehr Verkehr bewältigen können. In den bisherigen Planungen wird eine Kapazität von mindestens rund 26 Millionen Passagieren jährlich genannt.
Das bedeutet allerdings nicht, dass Aena bereits für 2031 mit 26 Millionen tatsächlichen Reisenden rechnet.
In der im Februar 2026 vorgelegten DORA-III-Planung prognostiziert das Unternehmen für Alicante-Elche 22,3 Millionen Passagiere im Jahr 2031. Die größere technische Kapazität soll vielmehr Reserven schaffen und weiteres Wachstum über diesen Zeitraum hinaus ermöglichen.
Hier ist eine wichtige Unterscheidung notwendig: Vergeben wurde jetzt die Planung, nicht das komplette Bauprojekt.
Die beauftragte Arbeitsgemeinschaft soll die verschiedenen Teilprojekte in den kommenden Jahren schrittweise entwickeln. Parallel laufen weitere Verfahren zur technischen Begleitung, Bauüberwachung und Projektsteuerung.
Aena hat den Beginn der großen Erweiterung in seine Planung für das nächste Documento de Regulación Aeroportuaria, DORA III, aufgenommen. Dieses Dokument legt Investitionen und Rahmenbedingungen für die Jahre 2027 bis 2031 fest.
Der DORA III ist allerdings am 19. August 2026 noch nicht endgültig vom spanischen Ministerrat beschlossen. Aenas Verwaltungsrat verabschiedete seine finale Unternehmensvorlage im Februar und leitete sie an die Dirección General de Aviación Civil und die Wettbewerbsbehörde CNMC weiter. Die CNMC veröffentlichte ihr Gutachten Anfang Juni; nach Aenas offiziellem Zeitplan soll der Ministerrat bis September 2026 über den endgültigen DORA entscheiden.
Deshalb sollte der derzeit genannte Investitions- und Bauzeitplan noch nicht als endgültiger Fertigstellungstermin verstanden werden.
Nicht Bestandteil des derzeit geplanten Projekts ist eine zweite Start- und Landebahn. Die seit Jahren in Teilen der Provinz erhobene Forderung nach einer zusätzlichen Piste ist von der aktuellen Terminalerweiterung zu unterscheiden.
Aena setzt zunächst darauf, die Leistungsfähigkeit der vorhandenen Infrastruktur zu erhöhen. Dazu gehören neben dem größeren Terminal auch Maßnahmen an Rollwegen und Vorfeldern, mit denen Flugzeuge schneller abgefertigt und Bewegungszeiten auf dem Boden reduziert werden sollen.
Für Passagiere bedeutet der jetzt vergebene Planungsauftrag daher vor allem eines: Der große Umbau des Flughafens ist einen Schritt weiter, aber er beginnt nicht morgen. Erst die nun auszuarbeitenden Einzelprojekte legen im Detail fest, wie Terminal, Gates, Grenzkontrollen, Vorfelder und weitere Bereiche künftig aussehen und in welcher Reihenfolge gebaut wird.
Stand: 19. August 2026
Quellen: Aena, Portal de Contratación de Proveedores de Aena, Ministerio de Transportes y Movilidad Sostenible, CNMC; ergänzend Alicante Plaza und Cadena SER für die aktuelle Vergabeentscheidung.
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